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Es geht um nicht weniger, als um die Zukunft des Basketballs. In Herdecke trafen sich Anfang November auf Einladung des WBV-Präsidiums 60 Funktionäre und Vereinsvertreter zu einer Zukunftskonferenz: der Startschuss für eine offene Diskussion zur zukünftigen Gestaltung des Basketballsports in Nordrhein‐Westfalen. Präsident Uwe J. Plonka erläutert im Interview die Hintergründe.

Herr Plonka, eine Zukunftskonferenz für den Basketball? Skizzieren Sie bitte kurz, welche Idee sich dahinter verbirgt.
Es geht dem Präsidium darum, den Basketballsport in NRW für die Zukunft zu erhalten und weiter auszubauen.

Warum braucht der Westdeutsche Basketball-Verband eine Diskussion zur zukünftigen Gestaltung des Basketballsports in Nordrhein‐Westfalen?
Die Demografie muss berücksichtigt und die Aufgabenverteilung in Zukunft zwischen den unterschiedlichen Interessenlagen Verband, Kreise und Vereine muss geschärft werden. Wer was künftig macht, ist festzulegen. Auch schon um die wenigen Ressourcen richtig einzusetzen. Auch Kosten spielen dabei eine Rolle.

Wer war eingeladen und wer ist Ihrer Einladung nach Herdecke gefolgt?
Das Präsidium hat die Kreisvorstände (jeweils Vorsitzender und Stellvertreter) und Vereine (zwei bis drei Vereine pro Kreis) sowie Ehrenmitglieder des WBV nach Herdecke eingeladen. Insgesamt waren ca. 80 Personen eingeladen, ca. 60 Teilnehmer sind der Einladung gefolgt. Der WBV wurde von fachkundigen Kollegen des Landessportbundes unterstützt.

„Konferenz“ – der Begriff alleine bedeutet häufig: „viel Gerede und wenig Ergebnisse“. Worum ging es im Detail, welche konkreten Fragestellungen standen auf der Tagesordnung?
Im Vorfeld hat sich das Präsidium in einer Klausur intensiv mit dem Thema beschäftigt und eine eigene Arbeitsgruppe hat entsprechend Fragen formuliert und Material zum aktuellen Stand im Spielbetrieb und in der Organisationsstruktur vorbereitet. In der Einladung wurden den Teilnehmern die Fragen bereits mitgeliefert. Nach einer Einführung der aktuellen Zahlen und Fakten im Verband wurden dann in vier Arbeitsgruppen vormittags und nachmittags die Fragen in Form von World-Cafés in vier Räumen mit jeweils acht bis zehn Teilnehmern diskutiert. Als Moderatoren standen unsere hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen zur Verfügung, unterstützt von den zwei Kollegen des LSB.

Um nach Ergebnissen zu fragen, dürfte es noch zu früh sein – aber ich frage trotzdem: Welche ersten Ergebnisse hat die Zukunftskonferenz geliefert?
Insgesamt wurde das erwartete Ergebnis übertroffen und es sind derart viele gute Vorschläge erarbeitet worden, die nun im Präsidium noch bewertet werden müssen. Die Teilnehmer erhalten im Nachgang bereits alle ein Fotoprotokoll. Die Energie und konstruktive Diskussion aller lässt wirklich positiv in die Zukunft schauen.

Ganz wichtig: Was hat der aktive Vereinsbasketballer von diesen Ergebnissen?
Genau den Vereinen und allen bereits aktiven Basketballerinnen und Basketballern sollen die Weichenstellungen, die erarbeitet werden, Freude machen, ihren Sport auch in der Zukunft betreiben zu können. Und wir wollen auch neue Mitglieder gewinnen. Im Gegensatz zu Handball, Fußball oder Volleyball sind die Mitgliederzahlen eher gering. Es muss uns gelingen, unsere Sportart auch unter veränderten Bedingungen zukünftig attraktiver zu machen. Das beginnt an der Basis, bereits im Vorschulalter und in den Schulen. Hier ist der Hebel zum Erfolg in erster Linie zu suchen.

Wie zufrieden ist der Präsident mit der ersten Arbeitstagung zur Zukunft des WBV?
Sehr zufrieden und aus unserer Sicht ein erster guter Aufschlag. Der Anfang ist definitiv gemacht und die Teilnehmer quittierten dem Präsidium eine gute Vorbereitung der Veranstaltung und freuen sich auf die weiteren Schritte in Kürze. Auch der bilaterale Austausch der Teilnehmer in den Pausen wurde als angenehm und ausbaufähig bestätigt. Der Verband lebt und ist auch bereit, Veränderungen anzugehen. Ich bin positiv optimistisch, dass uns das gemeinsam gelingen wird.

Und wie geht es weiter? Wie sehen die weiteren Schritte für die neue Zukunft des WBV aus?
Nach der Sichtung aller Vorschläge und Arbeitsergebnisse im Präsidium werden nun weitere Regionalkonferenzen und gezielte Arbeitsgruppen zu speziellen Themen stattfinden. Ich bin sicher, dass viele Vorschläge, z.B. zum Spielbetrieb, schon in der nächsten Saison 2017/2018 umgesetzt werden könnten, aber auch organisatorische Veränderungen auf dem nächsten ordentlichen Verbandstag mit den Mitgliedern diskutiert werden.

JOLE 161111